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Das Zeltlager des BNAN gewinnt den Kulturlandschaftspreis 2025 des Schwäbischen Heimatbundes

Foto von der Verleihung des Kulturlandschaftspreises 2025

Im Jahr 2025 wurde unser Zugpferd, unser Aushängeschild, kurz: unser Zeltlager durch verschiedene Preise geehrt und die jahrelange super Arbeit unsere jungen Zeltlagerleiter, die jedes Jahr alles geben, durch die Verleihungen einmal mehr nun auch in der breiten Öffentlichkeit gewürdigt. Neben dem Landesnaturschutzpreis wurde dem BNAN und dem Zeltlagerleiterteam jetzt auch der Kulturlandschaftpreis des Schwäbischen Heimatbundes verliehen.

Am 13.10.2025 fand vor rund 180 Gästen in der herbstlich und stimmungsvoll geschmückten Carl-Julius-Weber-Halle in Kupferzell die Verleihung des Kulturlandschaftspreises 2025 statt. Anstelle von Grußworten und Ansprachen fand die Präsentation der Preisträgerinnen und Preisträger dieses Mal – anders als in den Vorjahren – in Interviewform statt, moderiert von der erfahrenen Journalistin und Moderatorin Petra Klein (SWR).

Für einleitende Interviews standen nach einer Begrüßung durch den SHB-Vorsitzenden Andreas Felchle zunächst bereit: neben Andreas Felchle und Mitauslober Dr. Matthias Neth, Präsident des Sparkassenverbandes Baden-Württemberg und in einem zweiten Gespräch Bernd Kaufmann, Vorsitzender des Vorstands der Sparkasse Hohenlohe, und Christoph Spieles, Bürgermeister der Gemeinde Kupferzell, sowie in einem dritten, etwas ausführlicheren Interview die Staatssekretärin aus dem Ministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Sabine Kurtz. Die Preiswürdigkeit der einzelnen Projekte wurde – ebenfalls in Form von Interviews – durch den Vorsitzenden der Jury, Dr. Volker Kracht, herausgestellt, bevor die Preisträgerinnen und Preisträger auf die Bühne gerufen und von Petra Klein persönlich befragt wurden.

Erfreulich war, dass einige ehemalige Preisträgerinnen und Preisträger der Einladung gefolgt sind – manche haben den Preis schon vor 20 Jahren entgegengenommen.

Nach dem Gruppenfoto waren alle Gäste zum traditionellen, gemeinsamen Vesper eingeladen – Gelegenheit für Gespräche, Bekanntschafts- und Netzwerkpflege.

Jeder Hauptpreisträger erhielt ein Preisgeld von 1.500 €, der Kleindenkmalpreis wurde mit je 500 € belohnt. Die Preissumme wird von der Sparkassen-Finanzgruppe Baden-Württemberg sowie der Sparkassenstiftung Umweltschutz zur Verfügung gestellt.

Auszug aus der Laudatio: „Dem Bund Naturschutz Alb-Neckar e. V. (BNAN), wurde der Jugend-Kulturlandschaftspreis 2025 für das Ökozeltlager verliehen. 1975 als Initiative von Bund Naturschutz Alb-Neckar und Naturschutzfachverwaltung entstanden und schon lange in Kooperation mit dem Bund Naturschutz Oberschwaben, engagieren sich Jugendliche im jährlichen Turnus in einem Ökologischen Zeltlager für besonders hochwertige, aber bedrohte Teile der Kultur- und Naturlandschaft der Alb und in Oberschwaben. Mit Freude und körperlichem Einsatz haben über 1.500 Teilnehmer in 50.000 Stunden Heiden, Streuobstwiesen, Streuwiesen und Moorflächen erfolgreich gesichert und sich nachhaltig in die Vielfalt der Themen von Natur- und Kulturlandschaft eingearbeitet. Planung und Leitung liegen in den Händen erfahrener ehemaliger Lagerteilnehmer.“

Der BNAN war mit einer großen Abordnung vor Ort (an dieser Stelle bedanken wir uns nochmal bei der Kreissparkasse Reutlingen für den bereitgestellten Fahrdienst) ebenso bedanken wir uns für die Teilnahme des Geschäftsführers des LEV Reutlingen Bastian Rochner (welcher unser ÖZL seit es den LEV Reutlingen gibt immer nach Kräften unterstützt hat) sowie dem RP Tübingen, Referat 56, Frau Nadine Schmid (Pflegefachfrau für die Naturschutzgebiete im Kreis Reutlingen) und Herrn Christoph Otto (Nach-Nachfolger unseres Gründers Gerhard Feucht, der auch der Haupterfinder unseres ÖZL war und der erste Pflegetruppleiter der früheren BNL). Ohne die Unterstützung der beiden Pflegetrupps Alb und Oberland wäre es uns auch heute kaum möglich das Lager in der jetzigen Form durchzuführen!
Der BNAN war vertreten durch den 1. Vorsitzenden Jürgen Zimmerer und seiner Partnerin, durch Isolde und Manfred Ludwig, durch Josef Letscher (langjähriger Lager- und Pflegeleiter ÖZL), Renate und Heinz Schmauder, Franz Schmid und durch die Teilnehmerin von 2025, Lena-Marie Seiter sowie deren Vater, früherer ÖZL-Teilnehmer und -Lagerleiter Ingo Seiter. Wir freuen uns riesig und sind sehr stolz über die Verleihung des Preises. 

Jugendliche leisteten aktiven Klimaschutz im Steinhauser Ried bei Bad Buchau

Das 45. Naturschutz-Jugendzeltlager (ÖZL) des Bund Naturschutz Alb-Neckar (BNAN) ist wieder sehr erfolgreich zu Ende gegangen. Insgesamt 35 Jugendliche und junge Erwachsene, hauptsächlich aus dem Großraum Reutlingen, Stuttgart, Rottenburg, Oberschwaben und Saarbrücken, leisteten ihren aktiven Beitrag zum Klimaschutz, indem sie an 4 von 14 Tagen das Steinhauser Ried bei Bad Buchau von Gehölz und Sträuchern befreiten. „Ich finde es richtig cool, ich bin schon das dritte Mal dabei“, sagte die 17-jährige Corinna Mayer aus Neuhausen bei Esslingen. „Man arbeitet hier was und tut damit was Gutes für die Natur“, meinte sie. Diese Pflegemaßnahme im Ried soll die Revitalisierung des ehemaligen Hochmoores begleiten. Die Fläche wird damit geöffnet für eine bunte Torfmoosgesellschaft und charakteristische Arten wie Rosmarinheide, Moosbeere, Scheidiges Wollgras und Rundblättriger Sonnentau. Das Gebiet hat eine landesweite Bedeutung für Schmetterlinge, Libellen, Heuschrecken und Vögel.

Die Teilnehmer wurden im Zeltlager von einem Team aus 9 jungen Erwachsenen sehr gut betreut.  Sie waren für die Organisation der Verpflegung und der Arbeitseinsätze im Wechsel mit den Freizeitaktivitäten zuständig. Besonders hervorzuheben ist der Lagerkoch Michael Klenk. 80 % der von ihm verwendeten Lebensmittel werden biologisch hergestellt. Selbst von ihm handgeschabte Spätzle aus 80 Eiern und 5 kg Mehl fand man auf dem Speisezettel. „Das Beste am Zeltlager ist das Essen“, meinte Tatjana Glauner aus Dürnau. Es gab zweimal am Tag warmes Essen und den Mitternachtssnack, das traditionelle Nutellabrot.

Nach dem Kennenlernen wurde das Ried mit einem Experten besichtigt. Dabei entdeckten einige gleich eine Kreuzotter, später sollten noch Blindschleichen, Ringelnattern, Biber, Störche, Libellen, Schmetterlinge und Spinnen folgen. Der Badetag fand im Freibad Bad Buchau statt. Beim Kleingruppentag konnten sich die Jugendlichen zwischen der Therme Bad Buchau, dem Besuch des Kletterparks Bad Waldsee oder einem Kochkurs beim Lagerkoch entscheiden. An einem Tag fanden Workshops statt. Es entstanden Insektenhotels, Fackeln und Traumfänger. Der Ausflug ging dieses Jahr zum „Campus Galli“ bei Meßkirch.  Einen Wandertag mit besonderer Aufgabenstellung hatten sich die Lagerleiterinnen Fiona und Roxanne ausgedacht.

Beim Pressetermin erhielt das Lager Besuch von Herrn Minister Untersteller, UM, der damit den teilnehmenden Jugendlichen seine Wertschätzung entgegenbrachte. „Wir leiden darunter, dass das Wissen über die Natur bei der Jugend verloren geht. Das Zeltlager ist eine tolle Chance, Jugendliche dafür zu interessieren und zu begeistern.“ Beim Besuch auf der Pflegefläche lobte er alle Teilnehmer für ihren tollen Einsatz. Auch Frau Rebsch von der Stiftung Naturschutzfonds Baden- Württemberg war beim Pressetermin anwesend. Ihre Stiftung und die Reinhold Beitlich Stiftung Tübingen unterstützen den BNAN finanziell.  Außerdem besuchten noch Gäste aus Politik und Verwaltung das Lager. Der Landtagsabgeordnete Thomas Dörflinger (CDU) lobte die Teilnehmer für ihr Engagement:  „Viele kleine Leute an vielen kleinen Orten, die viele kleine Dinge tun, können das Gesicht der Welt verändern.“

Der letzte Tag begann mit einem Volleyballturnier, anschließend wurden die ÖZL-Games vor Publikum durchgeführt. Der Tag endete mit einem bunten Abend, einer Grillparty und in geselliger Runde am großen Lagerfeuer. Der Abreisetag war überschattet vom Abschiednehmen. Alle konnten aber mit der Gewissheit des baldigen Wiedersehens beim Nachtreffen im November nach Hause gehen.